Versorgung von Adipösen Menschen

In unserem Hause bieten wir die Möglichkeit der Pflege von adipösen Menschen. Wir begegnen jedem Bewohner mit Respekt und Einfühlungsvermögen. Die Stärkung der Person steht im Mittelpunkt.

Unser Grundsatz hier ist: Übergewichtige, adipöse Menschen erfahren nicht weniger Menschlichkeit als sogenannte „Normalgewichtige“.

Seit den 50er-Jahren hat sich das Bild des symphatischen Dicken fast komplett ins Gegenteil gewandelt. Körperfülle steht nicht mehr für Lebensfreude und Gemütlichkeit, sondern für Bluthochdruck, Diabetes und Apoplexie (Schlaganfall).

Adipositas ist wesentlich mehr als ein ästhetisches Problem, es handelt sich um eine behandlungsbedürftige Erkrankung.

 

Was bedeutet Adipositas eigentlich?

Bei der Adipositas handelt es sich um eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht, das mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Umgangssprachlich wird dieses auch Fettsucht genannt.

 

Wodurch wird die Krankheit ausgelöst?

  • Überernährung und Bewegungsmangel
  • Sozio-kulturelle Faktoren (z. B. überwiegend sitzende Tätigkeiten, Frust, Langeweile, Stress, keine geregelten Mahlzeiten, Fastfood, Schlafmangel)
  • Depressive Erkrankungen
  • Niedriger Sozialstatus
  • Genetische Faktoren
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Schilddrüsenunterfunktionen, Antidepressiva, Neuroleptika)
  • Nikotinverzicht

 

Welche Schweregrade gibt es?

Kategorie

BMI (kg/m²)

Normalgewicht

18,5–24,9

Übergewicht (Praeadipositas)

25–29,9

Adipositas Grad I

30–34,9

Adipositas Grad II

35–39,9

Adipositas Grad III

(Adipositas permagna oder morbide Adipositas)

≥ 40

Quelle: Wikipedia, Angabe laut WHO

 

Was wir für den Bewohner tun, damit sich das Gewicht reduziert und wieder mehr Lebensqualität erreicht wird?

Das wichtigste ist die Bereitschaft des Bewohners zur Gewichtsreduktion. Jeder Bewohner hat das Recht, sein Essverhalten eigenverantwortlich zu gestalten.

Als erstes findet ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt statt. Gemeinsam beratschlagen wir dann, wieviel Gewicht verloren werden soll und welches Zeitfenster dafür veranschlagt wird. Wir setzen dabei gezielt Zwischenetappen.

Unsere hauseigene Küche stellt dann anhand der Kalorien-Vorgaben des behandelnden Arztes einen Essensplan für 7 Tage auf. Diesen erhält der Bewohner auf Wunsch gerne in Kopie. Radikaldiäten sind mit einer professionellen Pflege unvereinbar.

Ist es möglich, sich zu bewegen, wird ein individuelles Bewegungsprogramm erstellt. Das kann z. B. die Teilnahme an den täglichen Aktivitäten, Treppen steigen im Hause oder Spaziergänge mit Begleitung bedeuten. Dazu zählt auch die Verordnung von externer Krankengymnastik.

Wir wollen die Selbständigkeit erhalten und fördern, wie z. B. wieder alleine die Schuhe zuzubinden.

Laut ärztlicher Anweisung messen wir regelmäßig den Bauchumfang und wiegen den Bewohner, um die Erfolge der Gewichtsreduktion zu ermitteln.

Bei gesundheitlichen Problemen ziehen wir Fachärzte (z. B. Internist) mit hinzu. Auch der Neurologe kommt regelmäßig zur Visite in unser Haus.

 

Was kostet diese spezielle Versorgungsform?

Wir rechnen den Aufenthalt nach unseren geltenden Pflegesätzen ab. Es besteht die Möglichkeit, dieses im Rahmen der Kurzzeit- oder Verhinderungspflege sowie vollstationären Pflege (gerne auch zeitlich begrenzt) zu tun.

Wir beratschlagen gemeinsam, welche Abrechnungsform wir nehmen und beantragen bei den zuständigen Stellen die Gelder.

Bitte sehen Sie sich hierzu auf der Internetseite unter dem Menüpunkt Leistungen die Unterpunkte Preise Kurzzeitpflege und Preise Dauerpflege an.

 

Nach dem Erreichen des angestrebten Gewichts ist es wichtig, dieses zu halten. Da der Körper sich auf einen niedrigen Energieumsatz eingestellt hat, würde eine Erhöhung der Kalorienzufuhr zu einer schnellen Gewichtszunahme führen.